Berichte

Etwas Widerstandsfähigkeit war verlangt bei der RTF in Großschönau  2026

Geschrieben von Peter Hirsch, 15. Juni 2026

Zwischen Lausche und Landeskrone unterwegs

Textfeld:  Am Austragungstermin dieser nahen Heimattour sollte es für die uns verfügbaren eigentlich nur die Frage geben, wer welche Strecke fährt. Nach der unwirtlichen Nässe im Vorjahr kam aber heuer aber schon wieder die „Ob“-frage hoch. In den Tagen davor sagten die Wetterprognosen Kühle und ab Mittag Nässe und viel Wind voraus. Überredungskünste, das Hoffen auf Fehlprognosen der Meteorologen, eine Regenjacke und einem Plan B im Hinterkopf half uns 12 Leute mit RSV-Bezug an den Start am Großschönauer Sportplatz zu bringen. Dort erwartete uns ein freundlicher Empfang durch die Sonne den TSV mit noch volkstümlichen Gebühren.

Das Anfangsbild mit den Bautzener Teilnehmern  ist sehr ansehnlich aber immer noch unvollständig. Zur Anreise waren unser Bus, zwei private Autos und - der Unabhängigkeit halber - auch Marios Rennrad im Einsatz. Geparkt wurde wie immer auf dem Schulhof.

Befahren wollten wir Strecken unterschiedlichen Anspruchs. Fünf die 85 km vor dem Gebirge, zwei die 150 km fast bis Görlitz und vier die 100 km jeweils übers Gebirge. Weil diese Konstellation einige Wartezeit der Kurzfahrer im Ziel mit sich bringt war die Anreise mit 3 Autos ein logistischer Vorteil bei einer eventuellen Flucht.

Hernhut

 Der Start war trocken aber recht kühl, eine Balance zwischen allmählich warm fahren und gerne schnell warm werden. Erste Irritationen gab es an der Waltersdorfer Kirche. Daß die 85-er auch bis hoch zum Parkplatz sollten, haben nicht alle bemerkt. Also gab es da schon Abkürzer. Egal, ich habe keinen Kummer hinten zu fahren. In Jonsdorf möchten die Beine dann aber so langsam mal wollen, zumindest wenn es am Bahnhof rechtsrum geht. Ich fand immer noch keinen Tritt und dachte an die im Bus gelassenen Beinlinge. Ein Fehler, der am Hain in der Sonne mal kurz aus dem Gedächtnis schwand und sich in der Abfahrt unter der Schanze durch aber wieder meldete. Am Kammloch spielt der Fahrtwind erfahrungsgemäß eine untergeordnete Rolle. Der Anstieg schult das Einteilen einer Aufgabe in kurze Abschnitte, oben hatte ich zweie eingeholt die mit Männerübersetzungen an historischen Rahmen dort hochgewürgt sind und gerade nicht reden mochten. Mir war an der Linkskurve oben auch nicht nach Warten. Also Solo weiter. Eine Kuppe noch und die schöne Abfahrt nach dem sonnigen oberen Lückendorf. Leider muss ich im Ort die Rechtabbiegung übersehen haben, bin gerade weiter. Am Forsthaus kam der Frank von rechts den Berg hoch und stellte Fragen. Die Serpentinen runter nach Eichgraben - seit einiger Zeit ohne Wald - ging es gemeinsam bis Harthau. Der Arne sollte wieder hinter mir sein, war aber nicht zu sehen. Warten? So warm war es auch nicht. Also gemach nach Eichgraben und rechts weg. Dort kommt ja noch ein Anstieg, vielleicht kommt er da hinzu. War nicht. Dafür der erste Schauer, für die Regenjacke aber noch zu wenig.

Nach dem Berg vor Olbersdorf war das Gebirge geschafft. Über ein paar Wellen ging es erfrischt weiter Abwärts bis zum Kontrollpunkt mit Labe in Mittelherwigsdorf. Dort war allgemeiner Treff.

Die Versorgung tat uns gut. Doch zu lange möchte man nicht stehen. Also weiter in eine lange Steigung bis zur B178 und runter nach Wittgendorf. Den folgenden Abschnitt nordwärts über dem Eigen wurde zügig zu dritt bewältigt und zeigte schon an welcher Wind uns bald bremsen wird.

Am K2 in Schönau-Bertsdorf waren gut 60 km geschafft und man könnte sich drinnen etwas aufwärmen, das nahmen schon einige war. Dumm nur, daß mit der Weiterfahrt auch der nächste Schauer einsetzte, nicht wenig aber unangenehm. Beim Stopp an einem Bushäuschen Jacke an, später wieder aus. 

In Bernstadt nahmen wir uns die Zeit nach der Erdachse zu sehen. Der monotone Anstieg südwärts aus der Stadt blieb uns erspart, es ging im Tal windgeschützt weiter nach Ruppersdorf zur letzten Labe. Bald überholte uns der Mario grußlos. Er hatte mit Reifenschaden am Vorderrad zu kämpfen und hastete von einer Pumpstelle zu nächsten, regengeschützt unter Bäumen.

Auf den für alle gleichen Heimweg über Hainewalde entlang der Mandau bis zum Ziel am Sportplatz sind viele gleichrangige Kreuzungen sind zu beachten, das Tempo ist nach jeder Drosselung wieder aufzunehmen. Im Ziel warteten die Kurzfahrer fröhlich im Trockenen. Die Nudeln als Schlussessen taten uns gut.

In Summe sind wir elf 1053 km fast pannenfrei gefahren. So gab es auch Ausgelassenheit ob der gelungenen Fahrt, trotz der Bedingungen. Nur die Harten kommen in den Garten.

Der Ghostwriter dankt den rührigen Veranstaltern und unseren harten Teilnehmern.